BazArt, der Kunst-Basar

Erzählt von Ron – Belgien

Endlich, nach einem Jahr Warten sind wir zurückgekommen. Meine Frau hat sich einen ganzen Monat darauf vorbereitet. Drei Wochen Ferien sind lang, da braucht es eine gute Organisation, um das Gepäck vorzubereiten. Wir können es kaum erwarten, anzukommen, wir wollen den neuen Saal sehen.

Wir kommen schon seit 15 Jahren immer wieder, wir wollen sehen, was diese Verrückten dieses Mal angestellt haben! Hier ist ja die Bibliothek, sie heisst BazArt. Der Raum ist perfekt in das Ganze integriert, es scheint, als wäre er immer schon hier gewesen. Hier sind ja unsere Freunde, die uns mit ihrem Lächeln empfangen. Wir umarmen Andrea und Manuela. Edoardo lädt uns stolz ein, einzutreten. ”Hier ist der neue Saal”. Ein Raum, als Gemeinschaftsort konzipiert, als Ort der Begegnung, ein Ort, um die Kunst zu entdecken und wo man auch die Werke der Hauskünstler erwerben kann. Wie wunderbar!

Ein kurzer Blick auf die Einrichtung, die Bilder, die Objekte. Alles in perfekter Harmonie. Jetzt laden wir erstmal das Gepäck ab. Wir werden später in Ruhe wiederkommen. Es ist 21 Uhr. Im Saal brennt ein Licht. Wir treten ein. Es ist niemand hier. Wir zünden die anderen Lichter an und schauen uns um. Es gibt einen Wasserkocher; ich koche etwas Wasser, nehme zwei Tassen, giesse das kochende Wasser hinein und füge Orangentee hinzu.

Wir sitzen auf der Couch und warten, mit der Nase nach oben. Aber da oben ist ja ein Balkon! Wir steigen die Stufen hoch. Wow! Das Paradies für Leser! Eine meterlange Bibliothek gefüllt mit Kunstbüchern, manche sind sehr wertvoll. Viele sind zum Glück auf Englisch! Ich kann kein Wort Italienisch! Wir gehen runter, der Tee ist fertig, schlürfend erkunden wir den Raum. Es hat grafische Drucke von Andrea, ein riesiges Bild, das einen Soldaten und einen Kardinal mit Affengesicht darstellt.

Ich schaue auf das Datum. Edoardo Pisano 1973. So alt und dennoch so aktuell.. Wir gehen weiter. Unter dem Fenster auf einer Bank sind Manuela’s Kreationen, Herzen aus Holz und aus Stoff, hübsche, parfümierte Gipsförmchen, Lavendelsäckchen, wunderbare Schürzen… Da ist Edoardo’s Ecke, hier gibt es gedruckte Reproduktionen seiner Bilder. An der Wand hängen Originale. Ich gehe weiter, meine Frau probiert schon die Schürze an. Auf dem Tisch ein wunderschönes Buch über die Renaissance, ich verliere mich in seinen Seiten… ich bemerke eine Trompete auf einer Ablage und erinnere mich an die Worte von Edoardo, er hat mir vom kleinen Festival der Klassischen Musik erzählt, das im Mai in diesen Mauern stattfinden wird. Eine Musikergruppe, auch sie Freunde von Fonte Bertusi, werden eine Woche lang jeden Abend für einen kleinen Kreis Konzerte geben. Ein Konzert für uns, was für ein Luxus!

Morgen früh muss ich daran denken, unsere Wohnung für dieses Datum zu reservieren!