“Die Natur enthüllt sich jenem, der Hingabe zeigt!”

Am 10. August 1985 um 13:16 Uhr verlässt ein grosser, bis unters Dach bepackter Umzugswagen die Via Luigi Galvani im Zentrum von Neapel, um sich auf den Weg in die Toskana zu machen. Im gleichen Moment fährt eine ganze Familie, Edoardo und Mena und ihren vier Kindern, in einem blauen Familien-Opel auf die Autobahn, um ein neues Leben zu beginnen. Edoardo und Trofimena hatten in ihrem Leben immer gewettet, dass die Dinge einmal besser sein würden, für sie selbst und für ihre Kinder.
Und dieses Mal war der Wetteinsatz wirklich gross. Eine sichere Arbeit und die eigene Heimatstadt zu verlassen, braucht Mut, etwas Leichtsinn und den grossen Willen, seine eigenen Träume zu verwirklichen. Den Traum, ein besseres Leben zu führen, die Natur wieder zu entdecken und dieses neue Abenteuer mit anderen Menschen teilen zu können. Ja, als teilen noch nicht in Mode war, hatten diese jungen Eltern entschieden, ihr Projekt zu teilen.

Sie wollten ein Bauernhaus in der Toskana restaurieren und es zu einem Ferienhaus machen. Sie krempelten die Ärmel hoch und, ohne eine Ahnung vom Tourismus zu haben, öffneten sie der ganzen Welt die Türen ihres Landhauses. Das Val d’Orcia döste zu der Zeit vor sich hin und lag einsam in seiner grossen, verzauberten Weite, ohne den Ruhm des Tourismus zu kennen. Im Jahr 1990 kamen die ersten Gäste und wurden von dem jungen, aufgeregten Paar voller Hoffnung empfangen.
Dem Hof, einfach und essentiell nach seiner Renovierung, fehlte nur noch das Grün und die Bäume, die dem Ort, der in den vorangegangenen Jahren verlassen dagelegen war, wieder Schatten spenden würden. Dies war dann auch die grösste Herausforderung: einen Baum und Busch nach dem anderen zu pflanzen und eine grosse Decke aus Natur zu weben, die der alten Konstruktion von 1700 die Pracht wiedergeben würde. Und so kam es: mehr als 150 Pflanzen, darunter Oliven, Zypressen und viele Büsche, haben ihren Platz bekommen.

Viele Vogelarten haben ihr Zuhause wieder gefunden und die Tiere des Tals, das nun zum Naturschutzgebiet und UNESCO Welterbe geworden ist, haben sich ohne Angst wieder angenähert. Jetzt, da fast schon 25 Jahre vergangen sind, haben Edoardo und Mena mehr freie Zeit für sich selber und haben ihren Kindern die Aufgabe und das Privileg übergeben, dieses Abenteuer weiterzuführen. Sie hoffen, dass ihre Lebensart weiterhin Respekt für andere lehren kann und möchten mit der Welt die Wahl zur Entschleunigung teilen, hin und wieder anhalten und über den Sinn unserer modernen Zeit reflektieren.

Das Landgut

Fonte Bertusi war eine der ersten touristischen Betriebe im Val d’Orcia, die ”grüne Ferien” angeboten hat, ”Ferien in der Natur”, heute gemeinhin als Urlaub auf dem Bauernhof umschrieben.
Die Schönheit des Ortes und die Gastfreundschaft der Familie Pisano machen den Aufenthalt auf Fonte Bertusi zur Gelegenheit, die einfache Schönheit der Natur und die Wirkung der alten Objekte zu entdecken; zu leben, als schwebte man in der Zeit.
Fonte Bertusi, aus dem Lateinischen fons pertusi (die Quelle des Durchstossenen), daher der Name, kommt wahrscheinlich von einer antiken Quelle, die nicht weit vom Hof entfernt liegt. Diese reiche Quelle hat einen uralten Ursprung und in der Nähe des Gebäudes sammelt sich das Wasser in einem Teich. Der Bauernhof aus Stein von 1700 wurde auf konservative Weise restauriert, die die Geschmäcker und Atmosphären von vergangenen Zeiten erhalten hat. Jeder Winkel ist bis ins kleinste Detail gehegt worden und die Einrichtung ist strikt aus alten, traditionellen Bauernmöbeln zusammengestellt.